"Ich hatte eine Geburt und war gar nicht dabei"

Die TV-Dokumentation "Meine Narbe" zeigt, wie belastend ein Kaiserschnitt für Frauen und ihre Familien sein kann

Stadtleben | Empfehlung: Barbara Tóth | aus FALTER 48/14 vom 26.11.2014

Die Narbe. Sie kann dunkelrosa und hart sein, nahezu wie eine Geschwulst. Oder hell und schmal wie ein kleiner Strich. Die Haut drumherum glatt und flach oder ausgebuchtet, als hätte man zwei Stück Stoff schief zusammengenäht. Die Frauen, die ihre Kaiserschnitte in Mirjam Ungers und Judith Raunigs Dokumentation der Kamera zeigen, streicheln sie liebevoll oder fahren ratlos drüber.

Wer selber sein Kind auf diese Art bekam, weiß, wie lange das Narbengewebe gefühllos bleiben kann und wie sehr die Bauchmuskeln geschwächt sind. Die Sensibilität kehrt später dann zurück, die Muskelkraft auch. Die Narbe verblasst, die Erinnerungen an die Stunden vor der Geburt und den Schnitt nicht.

Wie gehen Frauen und ihre Familien mit einem ungeplanten Kaiserschnitt um? Warum werden in Österreich inzwischen 30 Prozent aller Kinder mit dem Skalpell geboren, obwohl die Weltgesundheitsorganisation eine Rate von etwa 15 Prozent empfiehlt? Warum wird der Kaiserschnitt inzwischen als lässige Lifestylemedizin-OP


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