UNTER STROM

Die Wiener Tanzclubs für elektronische Musik erleben eine neue Gründerzeit. Wie DJs und Partymacher mit Kommerz, Kunst und Community umgehen

Feuilleton | Inspektion: Matthias Dusini, Katharina Seidler | aus FALTER 48/14 vom 26.11.2014


Foto: Shutterstock

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Wegen Unrecht geschlossen“, steht auf der Facebook-Seite, die für 31. Oktober die Eröffnung einer neuen Wiener Location für elektronische Musik ankündigte. In den Räumlichkeiten des Werk X am Petersplatz sollte neben dem Theaterbetrieb ein Club namens Jessas eröffnen. Das Fest in der Halloweennacht fand freilich nie statt, denn zwei Tage vorher kündigte die Werk-X-Leitung den Vertrag mit dem Gastronomen, der die Theaterbar in einen Partykeller verwandeln wollte.

„Es ist nicht unser Interesse, einen den Theaterbetrieb überlagernden ,Elektro-Musikclub‘ zu etablieren“, schrieben die Werk-X-Macher in einer Stellungnahme. Die Rede war weiters von einer „glasklar kommerziellen Ausrichtung“, die nicht in das Profil eines unabhängigen Theaters ohne Profitinteressen passe. „Schämt euch, Pseudo-Kultur-Heinis!“, war einer der vielen Zurufe der im Internet aufbrausenden Empörungswelle. 1700 Leute hatten sich bereits für den Eröffnungsabend angemeldet, und das in einem Raum, der laut Direktion nur für 70 Personen vorgesehen ist.


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