Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (192)

Stadtleben | aus FALTER 48/14 vom 26.11.2014

Eigentlich wollte sich Herr W. auf dem Christkindlmarkt eine Haube kaufen. Als er beobachtete, wie viele Leute sich die Mützen aufs fettige Haar stülpten, grauste ihm. "Gebietet es nicht der Anstand, Kopfbedeckungen nur mit gewaschenem Haar anzuprobieren?", fragt er nun.

Werter Herr W., wir möchten Ihnen zu bedenken geben, dass Sie bei der Anprobe von Kleidungsstücken ohnehin davon ausgehen müssen, dass Ihr Vormann nicht frisch geduscht war. Nackte Tatsache das! Weshalb man neu erstandene Stücke wäscht, ehe man sie trägt. Freilich können Sie sich vor der bakteriellen Bedrohung, die in den Umkleiden lauert, auch in Einweg-Probierhauben oder -Ganzkörperanzügen aus Zellstoff verstecken. Ist aber zutiefst hygienezwänglerisch. Oder Sie machen es wie die Kicker beim Trikotwechsel und scheren sich - betont entspannt - nicht weiter um Fremdkörperrückstände. Ist irgendwie auch sexyer.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige