Im Keller

Die Künstlerin Nicole Prutsch entrümpelte das ehemalige Atelier des Wiener Aktionisten Otto Muehl und schuf so eine Pilgerstätte

Feuilleton | Reportage: Matthias Dusini | aus FALTER 48/14 vom 26.11.2014

Angekündigt waren drei Tage schrankenloser Enthemmung, Befreiung von aller Brunst und die Transponierung derselben in Blech, Schrott, verwesende Abfälle, Fleisch, Blut und Gerümpel. Die Wiener Aktionisten zogen sich im Juni 1962 drei Tage lang in einen Keller in der Brigittenauer Perinetgasse zurück, um ihre Vorstellung einer radikalen Kunst auszuprobieren.

Die Wiener Künstlerin Nicole Prutsch, 34, nahm dieses legendäre und von Polizeikontrollen begleitete Festival zum Anlass, um in dem ehemaligen Atelier des Aktionisten Otto Muehl eine "Entsumpfung" vorzunehmen. Am Abend des 21. November öffnete sie den zwischenzeitlich als Rumpelkammer genutzten Raum, um das Resultat ihrer Auseinandersetzung mit diesem mythischen Ort zu präsentierten.

In monatelanger Kleinarbeit hatte sie den Putz von den Wänden geklopft und die darunterliegenden Tonziegel freigelegt. Nun sieht der Perinetkeller wieder so aus wie damals, als Hermann Nitsch zum ersten Mal mit richtigen Tierkörpern arbeitete und


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