Muss haben

Neue Trends

Stadtleben | aus FALTER 48/14 vom 26.11.2014

Seit ein paar Tagen hat der Look einen Namen. Männer, die aussehen, als kämen sie gerade vom Holzfällen im 19. Jahrhundert, und -Denim im Vintage-Schnitt, Karohemd, gepflegter Rauschebart, akkurater Scheitel - sind nicht Komparsen aus irgendeinem Historienfilm. Sie sind einfach nur lumbersexuell; wegen to lumber wie "Holz fällen". Selten lässige Attitüde, selten doofer Name.

Seit der britische Journalist Mark Simpson vor 20 Jahren das Wörtchen metrosexuell erstmals verwendet hat, versuchen Medien immer wieder, Männerlooks und Attitüden ins Sexuelle zu drehen, glücklicherweise vergebens. Auch im Zusammenhang mit dem kernigen Bartträger wird das vergebene Mühe sein. Da hilft es auch gar nichts, wenn es den Holzfällerlook inzwischen bei H&M zu kaufen gibt. Wer nachgemachte Arbeitskluft im Modehaus kauft (oder bei Zalando bestellt), hat nämlich nichts verstanden. Es geht um Materialien, originale Schnitte, Denimstoffe, die auf historischen Webstühlen hergestellt werden, und Arbeitsschuhe, die schon 1947 so ausgesehen haben. Und mit Sex hat das schon gar nichts zu tun.


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