DYLAN UNSER

Wie aus einem Bob-Dylan-Hörer durch die Möglichkeiten des Internets ein richtiger Dylanologe wurde. Vorabdruck aus einem Falter-Buch über Fankultur

Feuilleton | Expertise: Michael Spreitzhofer | aus FALTER 48/14 vom 26.11.2014

Es war ein einzelner Fan, der mit seinem "Judas!"-Ausruf 1966 seine Spuren des Protests gegen den "elektrischen" Dylan hinterlassen sollte. Der ursprünglich fälschlicherweise als "Royal Albert Hall"-Konzert betitelte Mitschnitt jenes legendären Bob-Dylan-Konzerts, das eigentlich in der Manchester Freetrade Hall stattgefunden hatte, wurde erst zweiunddreißig Jahre später offiziell veröffentlicht.

Der restaurierte Ausruf des Konzertbesuchers wurde von den Originalbändern ins digitale Zeitalter der Streamingdienste und Onlinemusikstores übertragen und damit auch für die Zukunft konserviert. Was macht diesen kurzen Zwischenfall noch heute so beachtenswert?

Er begründet in gewisser Weise die Dylan-Fankultur, also die teils fast manisch geführte Auseinandersetzung mit Dylans musikalischen und biografischen Schlangenlinien. Es ist einer jener kurzen Momente in der Geschichte Bob Dylans, in denen der nachträgliche und über einen langen Zeitraum geführte Diskurs darüber das eigentliche


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