"In Deutschland ist alles Lüge"

Der deutsche Comedian Oliver Polak stellt sein neues Buch in Wien vor. Ein Gespräch über Depressionen, die Grenzen des Humors und Udo Jürgens

Feuilleton | Interview: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 48/14 vom 26.11.2014

Oliver Polak macht die geschmackvollsten geschmacklosen Witze. Als die Lokführer der Deutschen Bahn kürzlich streikten, schrieb er auf Twitter: "Liebe Lokführer, ihr hättet mal lieber vor 70 Jahren streiken sollen." Zwei Wochen vorher twitterte er: "Was mich an Dieter Nuhr am meisten aufregt, ist nicht seine ,Islamhetze', sondern, dass er sich als Komiker bezeichnet." Als Selbstbeschreibung führt er "Germany's Only Living Jewish Comedian" an, auf Facebook firmiert er unter "Oliver Jesus Polak".

Weniger lustig geht es in seinem neuen Buch "Der jüdische Patient" zu, mit dem er gerade auf Lesereise ist. Es beginnt mit dem Satz: "Ich hasse mich." Polak erzählt darin, wie ihn eine schwere Depression ereilte, bis er nicht mehr ans Telefon oder aus dem Haus ging. Ein verschriebenes Antidepressivum entpuppte sich als "Anti-Antidepressivum", schließlich wies Polak sich selbst in eine psychiatrische Klinik ein. Heute sagt der Stand-up-Comedian und Autor, er sei mehr oder weniger geheilt.

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