Eine kleine Geschichte über die Brutalität in der Kindererziehung

Politik | aus FALTER 48/14 vom 26.11.2014

In seiner Diplomarbeit "Die g'sunde Watschen -Vom Züchtigungrecht zum Kindeswohl" hat der Jurist Christian Lenz den gesetzlichen Weg nachgezeichnet. Er beginnt bei ihm im römischen Recht. Damals schrieben die Römer zwei verhängnisvolle Worte in ihre Gesetzbücher: patria potestas. Rechtlich bedeutete sie nichts weniger als die absolute Macht des Familienoberhauptes über seine Familie. Der Vater konnte entscheiden, ob das Kind leben oder getötet werden soll. Wen es heiraten soll. Ob es verkauft oder aus der Familie ausgestoßen werden soll. Die totale Gewalt, sie galt, bis das Familienoberhaupt starb. Rechtlich konnten die Kinder ihrem Vater in dieser Zeit kaum entfliehen.

Durch den christlichen Glauben bekam das Kind einen höheren Stellenwert, im Mittelalter trat der "Munt" an die Stelle der patria potestas - noch heute erinnert das Wort "mündig" an ihn. Der Munt hatte die Gewalt über Ehefrau, Kinder und Gesinde im Haus. Er hatte aber auch die Pflicht, das Kind zu erziehen. Entwuchs


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