Theater Kritiken

Filigranes Quartett der Nicht-Beziehungen

Lexikon | WK | aus FALTER 48/14 vom 26.11.2014

Als "Oratorium verschwiegener Sehnsüchte" bezeichnet Regisseur Hans Escher das Stück. Die deutschiranische Dramatikerin Azar Mortazavi, 30, hat für ihr im Rahmen der Autorenwerkstatt Wiener Wortstaetten entstandenes Stück "Zwischenzeit" ein filigranes Quartett mit vier Figuren komponiert, die mehr nebenals miteinander leben. Maria (Sonja Romei) ist ihre Halbschwester Mina (Maya Henselek) ebenso fremd wie Gatte Toni (Raphael von Bargen), ein Rechtsanwalt, der sich vor Klienten fürchtet und in seinem Stammlokal allabendlich die unscheinbare Anja (Julia Jelinek) anschmachtet; natürlich traut er sich nie, sie anzureden. Unterlegt ist das subtile Nicht-Beziehungs-Drama mit Klängen (Roumen Dimitrov), die an norwegischen ECM-Jazz erinnern. Die Aufführung ist wie eine dieser Platten: nicht sonderlich spannend, aber schön.

Theater Nestroyhof Hamakom, Fr, Sa 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige