Diva ohne Allüren

Die Schauspielerin Nina Hoss bringt die Einsamkeit und die Liebe auf den Punkt. In Christian Petzolds Film "Phoenix" wird sie zu ihrer Doppelgängerin

Feuilleton | Porträt: Michael Omasta | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

So viel Nina Hoss wie heuer war selten. Gleich zu Beginn des Jahres debütierte sie an der Berliner Schaubühne in einem Part, den die legendäre Hollywooddiva Bette Davis einst im Film verkörpert hat: Regina Giddens, die in Geldangelegenheiten wie auch Liebesdingen hartherzige Machiavellistin aus Lillian Hellmans Südstaatendrama "Die kleinen Füchse". Hoss im knallroten Kleid überstrahlte Thomas Ostermeiers ansonsten blaugrau gehaltene Inszenierung und riss die Kritiker zu wahren Elogen hin. Rot steht ihr gut.

Dann, im Sommer, kam ihr erster international produzierter Film groß in den Kinos heraus, Anton Corbijns "A Most Wanted Man". In dem Spionagethriller nach John le Carré leitet Philip Seymour Hoffman (als deutscher Agent!) eine geheime Anti-Terror-Einheit, die in Hamburg einen illegal ins Land gekommenen Tschetschenen observiert und als Lockvogel anwirbt. Nina Hoss spielt eine seiner Beamtenkolleginnen, und das mit einer Zurückhaltung, die nicht vieler Worte bedarf.

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