Das Glück, das Vogerl, der Käfig

Ein Spieler wird wegen seiner Spielsucht eingesperrt. Er bittet in der Haft um Therapie. Und bekommt sie nicht. Warum?

Politik | Reportage: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

Vor vier Jahren sperrte sich Man Lamy im Grazer Augarten in einen Käfig. Immer wieder hatte er Geld in die tönenden und blinkenden Spielautomaten geworfen, die ihn in ihren Bann gezogen hatten. Mit seiner Performance wollte der spielsüchtige Künstler das eigene "Nichtlassenkönnen" zeigen. Er nannte die Kunstaktion "Lamy vs Novomatic". Ein Spielsüchtiger gegen den größten Glücksspielkonzern Österreichs. Es klang ein bisschen wie David gegen Goliath.

Heute sitzt Lamy wieder hinter Gittern, in der Justizanstalt Graz-Jakomini. Drei mal vier Meter für ihn und seinen Zellengenossen, einen Brandstifter. Ein Stockbett, ein Tisch, hinter der Tür eine Klomuschel und ein Waschbecken. Lamy hat den Kampf gegen seine Sucht verloren. Im Frühling brauchte er wieder Geld für den Automaten. Er hob vom Konto seiner damaligen Freundin ab, stahl ihre Kreditkarte, Schadenssumme: 20.000 Euro. Er sagt, er habe sie nicht beklauen wollen, er wollte sich das Geld bloß borgen. Das "magische Denken" in


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