Kommentar Koalition

Springt doch über eure Schatten, Herr Faymann und Herr Mitterlehner!

Falter & Meinung | Barbara Tóth | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

Die große Koalition funktionierte in Österreich oftmals auf absurde Weise. Da wurden politische Materien gegeneinander abgetauscht, die sachlich nichts miteinander zu tun hatten. Gibst du mir, gebe ich dir, lautet die parteipolitische Logik dahinter. In Einzelfällen kann so eine Denkweise aber Sinn machen. Nämlich dann, wenn SPÖ und ÖVP wechselseitig eigene Reformtabus brechen.

Genau so ein "gutes" Junktim hatte ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner im letztwöchigen Gespräch mit dem Falter leise angetragen. Der mit 99,1 Prozent innerparteilich massiv abgesicherte Bürgerliche kann sich lautes Nachdenken derzeit leichter leisten als sein mit 84 Prozent beim SPÖ-Parteitag von seinen Genossen abgestrafte Regierungskollege Werner Faymann.

Das ist eine der traurigen Schlussfolgerungen für die Regierung, von Faymanns persönlicher Blamage einmal abgesehen. Ein geschwächter Kanzler und ein gestärkter Vizekanzler sind ein in zweifacher Hinsicht asymmetrisches Gespann.

Mitterlehner trug seine


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige