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Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

Christa Thurnher vom Falter-Verlag hat am Montag die Einladungen für die Firmenweihnachtsfeier ausgeschickt. Man sieht darauf einen geschmückten Christbaum, auf dem sich zwei Falter-Wesen an Nadelzweigen festkrallen. Es sind riesige Viecher, man könnte sich fast fürchten. Aber wer genau hinschaut, der sieht: Es ist bloß eine Fotomontage.

Das Falter-Wesen ist ein langzüngelnder Adler mit Schmetterlingsflügel; es ist eine Art Wappentier, oder wie man heute neudeutsch sagt: "Logo" (zu sehen auf Seite 6). Der Schmetterling wurde einst ausgewählt, weil er - wie das Produkt - auch Falter genannt wird. Man hat ihn wohl deshalb mit dem Adler gekreuzt, weil Adler damals ziemlich cool waren. Ausgebleichte Tätowierungen im Gänsehäufel, meist kombiniert mit Indianerköpfen, zeugen noch vom einstigen Höhenflug des Aares.

Jedenfalls findet das Firmenweihnachtsessen heuer doch nicht in der Falter-Kantine statt, was vor allem daran liegt, dass es keine Falter-Kantine gibt. Wir haben bloß einen als Küche getarnten Gang zum Klo, in dem man -wenn man sich eine Gabel aus der Lade holt - aufpassen muss, dass einem der Kollege beim Verlassen der Sitzung den Türgriff nicht in den Rücken rammt. So eine kleine Multifunktionsküche hat aber auch Vorteile. Sie schließt Firmenweihnachtsfeiern in der Kantine kategorisch aus.

Bleibt noch eine Frage offen: Ist Christa Thurnher mit Herausgeber Armin Thurnher verwandt? Nein. Sie verhalten sich zueinander wie Schmetterling und Zeitung. Sie tragen nur denselben Namen.


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