Am Apparat Telefonkolumne

Was macht die Polizei auf Twitter, Herr Golob?

Politik | Anruf: Wolfgang Zwander | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

Seit einem Monat gibt es die Wiener Polizei beim Onlinenachrichtendienst Twitter (unter dem Namen @LPDWien). Der erste Tweet der Cyber-Uniformierten lautete: "37-Jähriger verursacht mit gestohlenem Moped Verkehrsunfall in Wien-Landstraße." Vergangenes Wochenende kam der Blaulicht-Account erstmals auch zur "Betreuung" einer Demonstration zum Einsatz. Der Falter sprach über das digitale Polizei-Megafon mit Oberst Johann Golob.

Herr Golob, was macht die Polizei auf Twitter?

Wir haben uns das von unseren Kollegen aus Berlin abgeschaut. Wenn man sich als moderne Polizei positionieren will, ist Präsenz in den sogenannten neuen Medien unabdingbar. Auf Facebook sind wir schon länger, bei Twitter stecken wir noch in der Anfangsphase.

Was will denn die Polizei auf Twitter konkret erreichen?

Viele vor allem junge Menschen kann man heute ja nirgendwo mehr anders ansprechen, außer eben im Internet. Diese Zielgruppe können wir dort über unsere Arbeit und über Sicherheitstipps informieren und über wichtige polizeiliche Nachrichten, wie Fahndungs- und Vermisstenmeldungen.

Vergangene Woche wurde auf dem Twitter-Account der Wiener Polizei besonders viel über eine Demo gegen einen Burschenschafter-Kommers getwittert. Was hat es damit auf sich?

Wir haben beobachtet, dass viele Demo-Teilnehmer sich auch während der Kundgebung über Twitter informieren und sich dort austauschen. Dabei entstehen immer wieder Missverständnisse und auch Falschmeldungen, auf die wir dann online sofort reagieren können. Gute Kommunikation und genügend Informationen sind ein wesentlicher Faktor für Entspannung und Entschärfung von Konflikten. Damit wollen wir verhindern, dass falsche Gerüchte sich immer weiter ausbreiten und zur Eskalation und Radikalisierung beitragen.


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