Der Robin Hood von Meidling

Ein Musical im Schauspielhaus besingt einen legendären Wiener Verbrecher, der zum Volkshelden wurde. Wer war Johann Breitwieser?

Feuilleton | Spurensicherung: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014


Foto: Bezirksmuseum Meidling

Foto: Bezirksmuseum Meidling

Das Ende ist blutig. Stundenlang hat ein gutes Dutzend Polizisten die schmucke Villa in St. Andrä/Wördern, wo der Wiener Einbrecherkönig Johann „Schani“ Breitwieser logiert, observiert. Als der Gesuchte sich dann, nachmittags um fünf, endlich im Hof blicken lässt, eröffnen sie das Feuer.

Angeschossen flüchtet Breitwieser in einen Schuppen, die Polizisten durchsieben die Holzwand. Halbtot ergibt er sich schließlich („Net schießen, i tu eh nix mehr“) und wird verhaftet. „Schmerzverzerrt tastet Breitwieser nach seinen Wunden“, notiert der berühmte Reporter Egon Erwin Kisch, der bei der Verhaftung als embedded journalist dabei war. „Sie schmerzen, obwohl er weiß, dass er jetzt sterben wird.“


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