Das Austro-Steueroaserl

Österreich spielt bei der Steuerhinterziehung eine kleinere Rolle, als bislang angenommen

Politik | Bericht: Joseph Gepp | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

Im internationalen Kampf gegen Steuerhinterziehung war das Jahr 2013 ein wichtiges. Da knickten die letzten beiden EU-Staaten ein, die sich gegen einen automatischen Austausch von Bankinformationen in Europa gewehrt hatten. Luxemburg und Österreich hatten zuvor auf die Anonymität von ausländischen Kapitalbesitzern in ihren Ländern bestanden. Doch damit war es nun vorbei. "Heute ist ein schlechter Tag für Steuerbetrüger", erklärte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bei einem EU-Gipfel im Mai 2013, nachdem sich Österreich zum Einlenken bereit erklärt hatte. "Wir werden gemeinsam vorgehen."

Bis heute ist das Thema Steuerhinterziehung trotzdem nicht vom Tisch. Derzeit steht Luxemburg am Pranger, weil es seit 2002 Dutzenden Großkonzernen Spezialdeals angeboten hat, damit diese kaum Steuern auf ihre Gewinne zahlen müssen. Das ging zulasten anderer Staaten, die um Einnahmen umfielen. "Lux Leaks" heißt der Steuerskandal, den ein Journalistenkollektiv in diesen Wochen aufgedeckt hat.


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