Der Spion, der die Sowjetunion liebte

Marcus Klingberg war als Militär-Bakteriologe einer der führenden Wissenschaftler Israels. Aus Überzeugung spionierte er für die UdSSR

Politik | Rezension: Raimund Löw | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

Nach fünf Jahren schwerer Haft im israelischen Sondergefängnis von Aschkelon hoffte Marcus Klingberg Ende der 1980er-Jahre durch einen Agentenaustausch mit der Sowjetunion freizukommen. DDR-Anwalt Wolfgang Vogel, der auf solche Fälle spezialisiert war, erkundigte sich beim lokalen KGB-Chef.

Wladimir Putin, damals verantwortlicher Geheimdienstmann in Ostdeutschland, gab grünes Licht. Der Geheimdienstdeal scheiterte jedoch am Misstrauen zwischen der libanesischen Hisbollah, die ebenfalls involviert war, und den Sicherheitsdiensten des jüdischen Staates.

Freigekommen ist der höchstrangige sowjetische Agent, der in Israel je gefasst wurde, erst 2003.1983 war Marcus Klingberg in Tel Aviv festgenommen worden. Wegen Spionage für die Sowjetunion wurde er zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Klingberg war damals in Israel einer der führenden Wissenschaftler des militärischmedizinischen Komplexes. Er beschäftigte sich mit bakteriologischer Kriegsführung. Als Spezialist für ansteckende Krankheiten


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