Wien, wo es isst Kulinarischer Grätzel-Rundgang

Weihnachtsgrätzel, Teil 1: der Judenplatz


Lokalaugenschein: Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

In den folgenden Wochen sollen hier Plätze behandelt werden, die in der Lage sind, weihnachtliche Stimmung zu verbreiten, ohne dabei in Punsch zu ersaufen. Besonders geeignet ist da etwa der Judenplatz, nicht zuletzt wegen seiner Ambivalenz, geprägt einerseits durch Schönheit, andererseits durch blutrünstige Vergangenheit als Schauplatz der Wiener Gesera, dem grausamsten Judenpogrom im mittelalterlichen Österreich. Aber das ist natürlich längst vergessen, wir sind schließlich in Wien.

Genießen rund ums Mahnmal

Die gastronomische Infrastruktur ist hier jedenfalls erstklassig. Im Eingang zum ehemaligen Schulhof des jüdischen Ghettos aus dem 15. Jahrhundert gleich einmal Babette's, Filiale der besten Kochbuchhandlung der Stadt mit Schwerpunkt Gewürze. Hier ist Gewürzekaufen ein Erlebnis, man hat die Wahl allein zwischen sieben Pfeffersorten, die Beratung ist erstklassig, großartiger Laden. Gegenüber geht's in den Ledererhof, wo sich ein bemerkenswertes kulinarisches Relikt befindet,

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