Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Glaspalast: Ein Stück 80er-Chic verschwindet aus der Stadt


Benedikt Narodoslawsky
Politik | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

U-Bahn-Station Rathausplatz, Ausgang Josefstädter Straße. Dort rechts ragt dieses Ungetüm in die Höhe, zu imposant für ein gewöhnliches Gebäude, zu hässlich für eine Sehenswürdigkeit. In seiner Glasfassade spiegeln sich die gegenüberliegenden Gründerzeithäuser - es wirkt, als würde sich der Glasbau mit den Gesichtern seiner Nachbarn schmücken wollen.

Das funktionale Bauwerk entstand 1980 nach den Plänen des großen österreichischen Architekten Harry Glück. Früher arbeiteten hinter den Glaswänden die Beamten des städtischen Rechenzentrums, vor zwei Jahren zogen sie in ein neues Magistratsgebäude in der Donaustadt.

Anfang nächsten Jahres soll das Rechenzentrum, das der Volksmund "Glaspalast" taufte, schließlich abgerissen werden. Es ist das Ende eines Stücks Stadtgeschichte. Bis Mitte 2017 soll an seiner Stelle ein 40 Millionen Euro teures Büro- und Geschäftsgebäude entstehen.

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FALTER 42/18

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