Buch der Stunde

Ronald Pohl erklärt Klaus Maria Brandauer

Feuilleton | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

Klaus Maria Brandauer gehört nicht zu denjenigen Schauspielern, die eine Rolle gerne aufsagen, weil sie schon im Vorhinein die Wirkung genießen, die sie mit ihr auf andere ausüben werden. Brandauer macht sich Gedanken." Der Standard-Redakteur Ronald Pohl wiederum gehört nicht zu den Kritikern, bei denen man schon im Vorhinein weiß, was sie schreiben werden. Er macht sich Gedanken. Das macht ihn unberechenbar.

Ein Buch über das Spätwerk des österreichischen Schauspielstars etwa kommt überraschend. Es gibt beileibe angenehmere Sujets für einen Theaterchronisten als die mittelmäßigen, stockkonservativen Inszenierungen, an denen Klaus Maria Brandauer in den letzten zehn Jahren mitgewirkt hat. Der pathetische Klappentext ("atemberaubend", "epochal") lässt einen schon befürchten, dass der Autor im falschen Theater war.

Meint er das ernst? Ja, aber er kann es erklären. Oder zumindest so formulieren, dass man das Buch auch dann mit Gewinn liest, wenn man kein Brandauer-Fan ist. Pohl


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