Dolm der Woche Wertungsexzess

Wolfgang Greber

Politik | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

Wir haben gegrübelt, wer diesen Dolm bekommen soll. Presse-Chef Rainer Nowak, dafür, dass er den Text nicht raushaute? Die Chefin vom Dienst der Presse am Sonntag, dass sie ihn durchwinkte? Nein, Wolfgang Greber ist der Dolm. Der Presse-Redakteur hat nicht nur einen schlechten Text über sein Kind geschrieben, er hat es auch "in der Eile der Produktion", wie er später rechtfertigte, getan. Es ist ein Text, der behauptet, dass Gewalt in seiner Erziehung in "homöopathischen Dosen" gezielt eingesetzt ("übers Knie legen","am Ohr ziehen") wichtig und richtig sei, denn "manch gewaltfrei erzogenes Kind" würde "negative Schwingungen" verbreiten. Da fragt man sich: Ist das bei manch gewalttätig erzogenem Kind nicht auch so? Die Presse distanziert sich und beteuert nun, für antiautoritäre Erziehung zu sein. So gesehen hat Grebers Text ja auch Gutes bewirkt.


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