Ein seltsames Paar

Die Wiener Tüftlerband Radian hat sich mithilfe des US-Sängers Howe Gelb lockergemacht

Feuilleton | Beziehungsanalyse: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 49/14 vom 03.12.2014

Der Reiz der Strenge" titelte 2002 ein Falter-Artikel über Radian. Das Wiener Trio an der Schnittstelle von Postrock und Elektronik ordnete die Lust am Rocken in der Vergangenheit stets strengen Konzepten unter. Statt im Proberaum zu jammen, betrieben Radian lieber akribische Soundarbeit, die ihnen international schnell einen guten Namen einbrachte.

Die Bandmitglieder traten als Individuen völlig hinter die Musik zurück. "Wir sind keine Popband", sagte Schlagzeuger Martin Brandlmayr damals. Das sind Radian zwölf Jahre später immer noch nicht. Aber sie befinden sich auf halbem Weg dorthin. Radian machen keine reine Kopfmusik mehr. Bauchgefühl und das Herz spielen ebenfalls eine Rolle, wenn sich das seit 1996 aktive Trio zum Musizieren zusammenfindet.

Schon auf dem Album "Chimeric" (2009), der Abschiedsvorstellung von Gründungsmitglied Stefan Németh an der Gitarre, menschelte die Musik. Mit der umtriebigen Szenefigur Martin Siewert ist auf dem neuen Album nicht nur ein neuer Gitarrist


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