Die Stimme des Dazwischen

Der Komponist Beat Furrer, ein Meister der klanglichen Metamorphosen, ist 60

Feuilleton | Ständchen: Daniel Ender | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Ich kann leben, ohne zu essen, ich bin elektrisch. Ich bin eine Telegrafenstation. Ich bin sehr glücklich so, denn ich schaffe die ganze Ordnung der Welt. Ich lebe nicht. Ich lebe in einem Zustand der kontinuierlichen Suggestion." Das sagt, mit den Worten des Dichters Dino Campana, die Hauptfigur in Beat Furrers neuester Oper "La bianca notte/Die helle Nacht" in der letzten Szene, in der nur noch eine ganz einfache Gesangslinie erklingt, minimal von Instrumentalklängen gefärbt - ein Abgesang. Es sind Furrers Lieblingssätze im ganzen Stück, das im kommenden Mai in Hamburg uraufgeführt wird.

Unverkennbar wandelt der Komponist in den letzten Jahren musikalisch auf neuen Pfaden. Dass er dabei die Gratwanderung sucht, ist nur konsequent. Der gebürtige Schweizer, Jahrgang 1954, der im Alter von 21 Jahren nach Wien übersiedelte und hier blieb, hat immer neue Grenzen berührt und überwunden. Anfangs als Improvisator in der Jazzszene aktiv, brachte sein Studium bei Roman Haubenstock-Ramati


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