Nüchtern betrachtet

Die Philosophenfalle: Fusilli versus Farfalle


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Im vermeintlich mottensicheren Glas in der Nudel- und Linsenlade meiner Einbauküche befindet sich ein Säckchen Puntalette. Puntalette sind das Gleiche wie Risoni, und Risoni sind reisähnliche Teigwaren, quasi Risottoersatzpasta für den Fall, dass die Reisernte schlecht ausgefallen ist. Risoni sind relativ neu in meinem Leben , ich habe sie gekauft, um Hugh Fearnley-Whittingstalls "Pilz-Risoniotto" nachzukochen ("Täglich vegetarisch", S. 258), das ich okay fand. Unlängst bin ich, vier Seiten weiter, auf "Makkaroni mit Erbsen" gestoßen, und weil HFW ausdrücklich gestattet, dafür auch andere kleine Teigwaren wie Risoni zu verwenden, habe ich auf Letztere zurückgegriffen und vom Makkaronieinkauf abgesehen.

Ich kaufe gerne Nudeln, aber nicht in jeglicher Gestalt. Überhaupt stehe ich dem Formenreichtum bei Pasta skeptisch gegenüber. Ist es wirklich notwendig, dass es Cocciolette, Conchigliette und Conchiglioni gibt? Das ist doch alles gekochter Kinderfasching ! Andererseits wäre mir

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