Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Österreich nach dem Griss-Report: Wir werden noch Richterinnen brauchen


Von Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Der Bericht der Griss-Kommission hat die österreichische Öffentlichkeit beeindruckt, ebenso wie die Darbietung der namensgebenden ehemaligen höchsten Oberstrichterin. Die Öffentlichkeit hatte weder damit gerechnet, dass der Bericht kritisch mit der Rolle der Auftraggeber umgehen würde, noch mit der kühlen Kompetenz von Frau Griss.

Erstaunlich, wie wenig ein Gemeinwesen sich selber zutraut. Waren es nicht gerade die Staatsbeamten, die in den letzten Jahrzehnten einen besonderen Imageverlust erlitten? In den Haider-Schüssel-Jahren hatten die Protagonisten nichts Besseres im Sinn, als Spitzenbeamte zu entmachten und Kabinette durch Quasi-Experten aufzublähen. Privat war immer besser als Staat.

Das ist gründlich schiefgegangen, wie Leser dieser Zeitung seit mindestens zwanzig Jahren wissen. Hier soll nicht einem überbürokratisierten, verknöcherten Staat das Wort geredet werden. Staatsgläubigkeit ist so dumm wie Staatsverteufelung. Aber man kann am Beispiel von Frau Griss erkennen,

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige