Alpenglühen in der Lederhose

Bisher unveröffentlichte Fotos zeigen den Kitzbüheler Künstler Alfons Walde als Voyeur und Pornografen

Feuilleton | Inspektion: Matthias Dusini | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Der Tiroler Maler Alfons Walde (1891-1958) gehört zu den Rätseln des Kunstmarktes. Seine kleinformatigen Bergbilder kosten mehrere hunderttausend Euro, was nicht mit seinem kunsthistorischen Rang erklärt werden kann. Waldes Landschaften sind weniger originell als jene seines Vorbilds Egon Schiele, seine Bauernporträts von der metaphysischen Schwere eines Albin Egger-Lienz weit entfernt.

Doch vielleicht ist es gerade die an der Sprache der Werbung geschulte Leichtigkeit, die die Ansichten cremiger Schneehänge und des strahlend blauen Himmels bei Sammlern so beliebt macht. Als Werbegrafiker des Tiroler Landesverkehrsamts prägte Walde in der Zwischenkriegszeit das Image des Wintertourismus. Er gestaltete das Logo seiner Heimatgemeinde Kitzbühel, verkaufte Reproduktionen seiner Werke über einen eigenen Verlag. Der studierte Architekt entwarf die Bergstation der Hahnenkammbahn und baute unweit davon im Jahre 1929 sein eigenes Haus. Hier entstanden auch jene Fotos, die nun im Museum Westlicht


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