Fußball Glosse

Tor oder nicht Tor? Hawk-Eye, sei wachsam!

Stadtleben | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Tor oder nicht Tor? Wenn das die Frage ist, ist die Entscheidung meist schon gefallen, nicht selten die falsche. Die deutsche Bundesliga hat deshalb beschlossen, in den 18 Stadien eine elektronische Torlinienüberwachung zu installieren. Das im Tennis bewährte System ("Hawk-Eye") funktioniert mit Spezialkameras und ist nicht billig; die Kosten pro Verein werden auf bis zu 180.000 Euro im Jahr geschätzt - das sind insgesamt mehr als drei Millionen. Der Aufwand erscheint übertrieben: Während es im Tennis ständig fragwürdige Linienrichterentscheidungen gibt, sind strittige Torsituationen im Fußball äußerst selten. Andererseits: Weil im Fußball selten Tore fallen, kann eine Fehlentscheidung entscheidend sein. Nostalgiker meinen, das umstrittene "Wembley-Tor" von 1966 wäre mit Torlinientechnik nie zur Legende geworden. Eben, halten Pragmatiker dagegen. Wichtiger ist aber ohnedies die Frage, ob es jemals ein "Hawk-Eye" für Abseitsentscheidungen geben wird.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige