Musiktheater Kritik

Barockoper von Händel als Hitchchock-Thriller

Lexikon | HR | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Schon in seiner ersten Londoner Oper, der Rittergeschichte um die Zauberin Armida und den Kreuzfahrer "Rinaldo", wusste der versierte Theaterpraktiker Händel, wie man das Publikum vom Sessel reißt. Das hat doch was mit Hitchcock-Filmen zu tun, dachte sich die bereits preisgekönte Regisseurin Christiane Lutz, und inszenierte den Plot als Agentenfilm. Es gibt Szenen wie im "Fremden im Zug", mit Natalia Kawalek-Plewniak eine verführerisch singende Armida, außerdem Almirena, die als Blondine den wahren Händel-"Schlager" "Lascia ch'io pianga" singen kann. Dem Countertenor Jake Arditti als Agent Rinaldo gefällt sie jedenfalls besser als Armida. Sogar "Hitch" kommt als vom Bass Christoph Seidl gesungener Zauberer Mago vor. Klar, dass ab und zu auch eine Filmcrew auftaucht.

Kammeroper Fr, Di 19.00, So 16.00 (bis 30.12.)


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