Conni ist doof!

Erwachsenen kaufen die Bücher der Kinder. Nur: Was gefällt denen wirklich?

Feuilleton | Reportage: Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Was wollt ihr heute Abend vorgelesen bekommen?" "Conni!", rufen die Kinder wie aus einem Munde. "Nein, bitte nicht Conni, das ist schlecht geschrieben und langweilig gezeichnet!" "Conni, Conni, Conni ..." Irgendwann gibt der entnervte Erziehungsberechtigte auf und zieht eins der Dutzenden Büchlein heraus, in denen Conni Pizza bäckt, zum Fußballkurs geht oder mit dem Flugzeug fliegt.

Der Büchergeschmack von Kindern und Eltern stimmt nicht immer überein. Zwar setzen Kinder heutzutage ihren Willen besser durch als früher, aber trotzdem sind die Käufer und Autoren von Kinderbüchern in der Regel Erwachsene. Und manchmal beschleicht einen das Gefühl, auch das Zielpublikum. So manch ausgezeichnetes Bilderbuch mit nicht vorhandenem Plot und unverständlichen Illustrationen scheint eher für die "pädagogisch wertvolle" Geschenke suchenden Eltern, Verwandten, für Lektoren oder gar Jurys produziert worden zu sein. Kann man Kleinkinder mit avancierter Ästhetik zu gutem Geschmack erziehen?


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