Christkindlschwindel

Warum Kinder ein Recht auf ein bisschen Weihnachtszauber haben

Stadtleben | Protokoll: Birgit Wittstock | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Es ist ein bedeutender Moment in der frühen Kindheit, an den man sich oft auch noch als Erwachsener erinnert, quasi das 9/11 des Vorschulalters: Man kommt nach Weihnachten in den Kindergarten, im Arm den neuesten Teddy, den das Christkind wenige Tage zuvor vom Himmel herabgeflogen hat, und plötzlich behauptet einer der Spielkameraden, das Christkind, das gibt es gar nicht. Blödsinn, denkt man im ersten Moment. Aber noch während der andere erklärt, wie die Eltern den geheimen Brief vom Fensterbrett abfangen und die Geschenke kaufen und unter den Baum legen, fügt sich das Bild des großen Schwindels zusammen.

Im Eiltempo durchläuft man die fünf Stufen des Trauerns - Verneinung, Zorn, Verhandeln, Depression, Akzeptanz - und fügt sich schließlich in sein Schicksal. Mit einem Schlag hat Weihnachten, der Höhepunkt des Kinderjahres, seine Magie verloren und wird nie wieder so sein wie zuvor.

Darf man seine Kinder also über Nikolaus, Krampus, Christkind und Co anschwindeln? Immerhin erwarten


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