Eva Weissenberger wird News-Chefin. Einige Jahre ihrer Karriere verbrachte sie beim Falter

Medien | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Sie kam von der Presse zu uns; kennengelernt habe ich sie, als sie mich für ein ambitioniertes, aber chancenloses Privat-TV-Projekt interviewte, wo sie eine Interviewsendung hostete. Aus dem Sender wurde nach mehreren Metamorphosen Go-TV. Weissenberger beeindruckte mich schon damals durch ihre Professionalität, die sie auch unter völlig unzureichenden Verhältnissen an den Tag legte. Sie schminkte sich selbst, sie war perfekt vorbereitet und überließ nichts dem Zufall.

Als sie Ende der 1990er-Jahre zum Falter kam, ergriff sie die Chance einer gleichsam leeren Redaktion (die war gerade wieder einmal von der Konkurrenz weggekauft worden) und füllte sie mit ihrer Präsenz, seriös, genau und klug. Ich erinnere mich an einige ihrer Reportagen, etwa an jene, bei der sie sich ein Kopftuch aufsetzte und durch Wien bewegte. Oder an ihre Titelgeschichte "Ach wie schön ist Temelín", in der sie aus dem idyllischen tschechischen Ort mit jenem Atomkraftwerk berichtete, gegen das die Kronen Zeitung in einer monumentalen Kampagne anging (einen Monat lang jede Ausgabe die Titelseite).

Als mir ein ORF-Redakteur mitteilte, das Publikum habe sich an mir sattgesehen, man suche Nachwuchs für die "Pressestunde", nannte ich natürlich Eva Weissenberger. Dass ich selbst dort kein einziges Mal eingeladen war, erwähnte ich nur nebenbei. Weissenberger machte ihre Sache prima und ist seit damals Stammgast. Nach einem Zwischenspiel im ORF-Report wechselte sie zur Kleinen Zeitung, wo sie bald die Chefredaktion der Kärntner Ausgabe übernahm. Nun wird sie Chefredakteurin von News. Wir gratulieren. Auch wenn es einfachere Jobs gibt: Solche Chefredakteurinnen kann das Land brauchen.


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