Beisl Der steirische Gourmet

Eine Frage der Verhältnismäßigkeit

Steiermark | Tapasbarkritik: Günter Eichberger | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Wir müssen hier manches unter Startschwierigkeit abhaken. Es gibt in dieser Tapasbar zum Zeitpunkt unseres Besuchs keine spanischen Weine. Die lagern noch beim Zoll.

Geduldig erklärt uns der Wirt die Sachlage. Er nimmt auch die irrtümliche Bestellung eines Vorspeisentellers, der nicht wie angenommen aus Tapas, sondern fein aufgeschnittenen iberischen Schinken- und Wurstspezialitäten besteht, anstandslos wieder zurück. Die übliche aufdringliche Beschallung - wenig überraschend mit musikalischen Spanienklischees - ist schwer zu ignorieren.

Das Angebot von kalten und warmen Tapas stimmt mit der Speisekarte (noch) nicht überein. Auf nachdrückliche Empfehlung nehmen wir Calamares en salsa (€ 5,25), die wunderbar im Tintenfischsud dümpeln. Auch bei den anderen Gerichten dominiert eine saure Geschmacksnuance, die man mögen kann, aber nicht muss. Das gilt für Huhn wie Fisch, aber kann unserer Auswahl geschuldet sein.

Der perfekt geschmorte Stockfisch erinnert durchaus an Venedig-Urlaube, leider auch was den Preis anbelangt. Für dieses Tellerchen € 12,95 zu berappen, schmerzt beinahe schon. Allerdings gibt es auch empfehlenswerte Menüs mit moderater Preisgestaltung (€ 8,50).

Resümee

Die Preisge sollten ernsthaft überdacht werden. Sonst droht diesem an sich erfreulichen Lokal, das aus dem mediokren Angebot heraussticht, ein frühes Ende.

La Casita, Albrechtgasse 4,8010 Graz Tel. 0699/19 26 48 60, Mo-Fr 8-22 Uhr


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