Tiere auf Facebook, Wildnis ade: Wird die Welt zum Zoo?

Alexander Pschera sagt, das Verhältnis zwischen Mensch und Tier stehe vor einer Totalveränderung. In ihrem Zentrum: Tiere mit GPS-Sendern

Politik | Rezension: Julia Kospach | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Als der Wolf 832F im Dezember 2012 knapp außerhalb der Grenzen des Yellowstone-Nationalparks erschossen wurde, war der Aufruhr groß, obwohl der US-Bundesstaat Wyoming gerade in diesem Jahr die Jagd auf Wölfe wieder freigegeben hatte.

Hatte 832F also einfach nur Pech gehabt, einem Jäger vor die Flinte zu laufen, obwohl das Tier sich sonst so gut wie nie außerhalb des Nationalparkgebiets aufhielt? Nicht ganz. Denn 832F - ein weibliches Alphatier, das an der Spitze eines Rudels mit Namen Lamar Canyon Pack stand - hatte zu Lebzeiten jede Menge Freunde und Followers in den sozialen Netzwerken gehabt.

Die Wölfin trug ein 4000 Dollar teures GPS-Halsband, das Daten übertrug und über das man im Internet so gut wie jeden ihrer Schritte verfolgen konnte.

Viele taten das. 832F war gut vernetzt. Die Öffentlichkeit kannte ihr Rudel, ihre Welpen, ihren Alltag, ihre Gewohnheiten. Sie war ein VIA, ein "Very Important Animal" mit besten Kontakten.

Und diese Kontakte sahen es gar nicht gern, dass ihre


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