Mediaforschung Verführungskolumne

Das letzte Geheimnis, das selbst die NSA nicht knackt

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Dieses Danke war längst fällig. Ein US-Geheimagent -Brille, Schnauzer, Anzug, amerikanischer Akzent -führt durch den Geheimdienstkomplex der NSA und spricht euphorisch in die Kamera: "Eine big thank you, dass Sie unsaren Job mit Ihre Computer, Smartphones und E-Mails in den letzten Jahren so viel einfacker gemackt chaben."

Damit die NSA künftig noch leichteres Spiel hat, will sie nun die Initiative "Better no letter!" starten. "Because Briefe sind nickt gut for us." Denn an die zugeklebten Kuverts in den gelben Boxen komme die NSA nur sehr schwer ran. Briefgeheimnis und so. Deshalb - bittet der sympathische Agent - solle doch jeder, der nicht vom Handschreiben ablassen könne, das Papier zumindest einscannen und gleich an die NSA mailen. Thank you! Wochenlang kursierte der anonyme Satireclip auf den Social-Media-Kanälen, nun wurde das Geheimnis der Macher gelüftet. Die neue Version des Clips endet mit dem Slogan: "Wenn's wirklich geheim bleiben soll, dann lieber mit der Post."

Werbung also. Post-Sprecher Philipp Teper sagt: "Die Idee ist, in Zeiten von Datenskandalen mit der Kampagne eine Debatte anzustoßen." Gedreht wurde im Atomkraftwerk Zwentendorf, zugeschnitten ist die Onlinekampagne auf die E-Mailund Handyschreiber, die der Post zusetzen. Weil Papier gegen die elektronische Post weder in puncto Gemütlichkeit noch in puncto Schnelligkeit punkten kann, zieht die Post nun die NSA-Überwachungskarte. Gar kein so schlechter Trumpf.


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