"Ich vermisse dieses Spiel mit dem Feuer"

Die Choreografin Christine Gaigg über politisch korrekten Sex und das Verschwinden des Begehrens

Feuilleton | Interview: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Früher war alles besser, vor allem der Sex. Die Wiener Choreografin Christine Gaigg, 54, stellt in ihrer neuen Performance eine provokante These auf: Die Political Correctness ist im Begriff, das Begehren aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. In "Maybe the way you made love twenty years ago is the answer?" - der Stücktitel ist ein Zitat aus einem Vortrag des US-Aktivisten Reverend Billy - tanzen zwei Tänzerinnen und ein Tänzer aus Gaiggs Compagnie 2nd nature einen "Dreier", während die Choreografin ihre These verbal mit aktuellen Beobachtungen und persönlichen Erinnerungen aus ihrer erotischen Biografie untermauert.

Das Stück, das Gaigg als "Bühnenessay" bezeichnet, wurde im Oktober beim steirischen herbst in Graz uraufgeführt und ist diese Woche im Tanzquartier Wien zu sehen.

Falter: In Ihrem Stück behaupten Sie, dass in unserer Gesellschaft immer weniger Raum für sexuelles Begehren ist. Gab es für diese These einen bestimmten Auslöser?

Christine Gaigg: Angefangen hat es


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