Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Pop

Cult Of Youth: Final Days

Was vor einigen Jahren als nicht eben frohnaturiges Soloprojekt des New Yorker Musikers Sean Ragon begonnen hat, ist auf dem vierten Album zum Quintett gewachsen. Die Stimmung bleibt düster: Cult Of Youth schließen Folk und Postpunk kurz, ihre Lieder sind in den postindustriellen Ruinen zu Hause, nicht am Lagerfeuer. Ragon singt einmal mit Grabesstimme, einmal aufgekratzt-wütend, thematisch geht es um Blut, Leid und Tod, um Einsamkeit und lost souls. Ein gutes Gegengift zum Adventkitsch also. (Sacred Bones) GS

Pop

Haymon & Die Lothringer: No Image

Die zwischen Amerlingbeisl und Café Europa seit Jahrzehnten legendäre Band um Sänger/Texter Haymon Maria Buttinger und Keyboarder Lothar Scherpe hat endlich doch noch ihr Debütalbum herausgebracht. Die 15 teils englischteils deutschsprachigen Songs bieten musikalisch recht orthodoxen Rock und leben vor allem von Buttingers furchterregender Stimme. Berührend ist das Album immer dann, wenn hinter der rauen Schale des Frontmanns eine überraschend zarte Seele erkennbar wird. (Austrian Records) WK

Klassik

Aaron Pilsan: Beethoven, Schubert

Vor gut einem Jahr debütierte der Pianist Aaron Pilsan im Wiener Konzerthaus, nun ist das erste Soloalbum des 19-jährigen Vorarlbergers mit Werken von Beethoven und Schubert erschienen. Sein Faible für das Feine und Fragile zeigt sich in Schuberts filigranen und empfindsamen Deutschen Tänzen, die Pilsan in kleine, charmante Kunststücke verwandelt. Umso wilder kommt Schuberts virtuose Wanderer-Fantasie daher, herrlich verspielt Beethovens Sonate op. 31/1, erhaben klingen die Eroica-Variationen. (Naive) MDA


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