Werden wir endlich sachlich!

Die Deradikalisierungs-Hotline ist präsentiert. Beim Thema Dschihadismus braucht es aber mehr als politischen Aktionismus

Politik | Aufklärung: Thomas Schmidinger | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Auch wenn es einige erst mit dem Medienhype dieses Sommers bemerkt haben, ist das Problem einer wachsenden dschihadistischen Jugendkultur kein plötzlich auftretendes Phänomen. Seit den letzten fünf bis sechs Jahren ist es verstärkt zu beobachten. Lange Zeit haben Politik und Gesellschaft dazu geschwiegen. Nun gibt es einerseits eine Bereitschaft, in Prävention und Deradikalisierung zu investieren. Zugleich droht jedoch teilweise eine unqualifizierte Überreaktion, die Jugendliche und junge Erwachsene noch in die Arme dieser Gruppierungen treiben könnte. Eine Versachlichung der Debatte ist deshalb dringend vonnöten.

Ist der Islam eine politische Religion?

Zunächst ist es dabei wichtig, zwischen dem Islam bzw. unterschiedlichen Ausformungen des Islams im religiösen Feld und unterschiedlichen Formen der Ideologisierung und Politisierung des Islams zu unterscheiden.

Ein weit verbreiteter, immer wieder an Muslime gerichteter Vorwurf lautet, dass der Islam im Gegensatz zum Christentum per


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