Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 50/14 vom 10.12.2014

Wer glaubt, wir Journalisten würden das Blatt machen, der kennt nur die halbe Wahrheit. Wahr ist nämlich auch: Das Blatt macht uns. Barbara Tóth spricht etwa in letzter Zeit auffällig oft übers Binnen-I und die Frauenquote. Warum? In den vergangenen Wochen hat sie - neben der üblichen Falter-Arbeit - am feschen Feminismusheft herumgeschraubt, gefeilt und gedrechselt. Sie machte das Heft. Und das Heft machte aus ihr eine kundige Feministin. Ihr Werkstück liegt dieser Ausgabe bei.

Nächstes Beispiel, drei Türen weiter. Seit Wolfgang Zwander von seiner Recherchereise aus den USA heimkehrte (er hat vergangene Woche die feine Cover-Geschichte über das Imperium des Waffenproduzenten Gaston Glock geschrieben), scheint er wie verändert. Starrt gedankenverloren auf seinen Bildschirm, rappt still Snoop Dog hinterher: "As we groove down the block. See my girl's house, Dre, pass the Glock." Es klingt zwar wie ein Gangster-Rap, vorgetragen vom Bariton des Kärntner Sängerbundes. Aber immerhin - der Mann kann plötzlich singen!

Florian Klenk hat hingegen gerade Nachtschicht um Nachtschicht gedrückt, um seine Aufdeckergeschichte über die Meinl-Bank noch in dieser Woche ins Blatt rücken zu können. Es geht um ziemlich teure Gaben. Und um die Türkei. Nun lässt Klenk ausrichten, er könne am Produktionsabend nicht im Büro sein. Ein Freund hat ihn als Nikolaus für dessen Kinder engagiert. Ob seine Verwandlung in den türkischen Bischof mit der Meinl-Bank zusammenhängt, weiß aber allein der Krampus.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige