Schüttel, was du hast, denn du bist kein Brett

Ein im wahrsten Sinne des Wortes gewichtiger englischer Bildband feiert die Coverästhetik der Disco-Ära

Feuilleton | Unter der Discokugel: Gerhard Stöger | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014

Unterschiedlicher hätten die zwei großen Ereignisse des Popjahres 1977 kaum sein können. Hier die britischen Rotzlöffel The Sex Pistols, die der Königin zum silbernen Thronjubiläum das garstige Geburtstagsständchen "God Save the Queen" sangen und die Schmuddelkindermusik Punkrock damit in die Hitparaden hievten. Dort der US-Spielfilm "Saturday Night Fever", der die hedonistische New Yorker Disco-Subkultur zu einem Massenphänomen machen und die Popmusik der nächsten Zeit weltweit prägen sollte.

Die Schmuddelkinder landeten bald im Soziologieseminar und in der Kunstgalerie. Die Disco-Kultur dagegen wurde in einem widerlichen Akt popkultureller Barbarei schon 1979 zu Grabe getragen, als bei der "Disco Demolition Night" in einem Baseballstadion in Chicago öffentlich Discoplatten vernichtet wurden.

Wirklich gestorben ist Disco aber nicht, die Musik hat sich nur wieder in den Underground zurückgezogen. Dort mutierte sie zu House und Techno, jenen Clubmusikspielarten, die Nachteulen


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