Ski Glosse

Österreich ist das Brasilien der Slalomwelt

Wolfgang Kralicek hofft auf Schnee in den Wiener Alpen und schnallt schon einmal die Ski an

Stadtleben | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014

Am Sonntag, beim Weltcup-Slalom in Åre, hatte der ÖSV nur fünf Läufer am Start. Zugegeben: Einer davon hat das Rennen gewonnen. Aber Marcel Hirschers Seriensiege können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Alpinski-Weltmacht Österreich in den technischen Disziplinen ein Problem hat. Früher war Österreich eine Nation der Abfahrer; zu Zeiten von Franz Klammer, Sepp Walcher oder Harti Weirather war es wurscht, dass Kurvenfahrer wie Hansi Hinterseer oder Franz Gruber nur alle heiligen Zeiten etwas rissen. Mit Rudi Nierlich und Benni Raich verschoben sich die Kräfte, und vor gar nicht so langer Zeit war Österreich eine Slalommacht. Davon ist wenig geblieben. Hinter Hirscher und ein paar Altstars gibt es - auch im Riesentorlauf - offenbar keinen konkurrenzfähigen Nachwuchs. Angesichts des Aufwands, den der ÖSV betreibt, ist das ähnlich schwer zu erklären wie das 1:7 von Brasilien gegen Deutschland oder der Absturz von Dortmund in der Bundesliga.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige