Die Katastrophe nach der Katastrophe

Bereits 1920 kritisierte der Ökonom John Maynard Keynes den Frieden von Versailles als Heuchelei. Sein Buch darüber wurde neu übersetzt

Politik | Rezension: Rudolf Walther | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014

Die sprichwörtliche Rede, wonach es leicht sei, einen Krieg zu beginnen, aber schwierig, ihn zu beenden, bewahrheitet sich bei wenigen Friedensschlüssen so sehr wie beim Versailler Friedensvertrag vom 28. Juni 1919.

Der englische Ökonom John Maynard Keynes war der Erste, der die Katastrophe nach der Katastrophe kommen sah. Er veröffentlichte seine Bedenken gegen den "Friedensschluss" in seiner 1920 erschienenen und jetzt von Joachim Kalka neu übersetzten Schrift "Krieg und Frieden. Die wirtschaftlichen Folgen des Vertrags von Versailles".

So unbestreitbar das ist, so klar sollte man die Dimensionen im Auge behalten. Keynes machte hauptsächlich den französischen Premierminister Clemenceau für den "Karthagischen Frieden" verantwortlich, was den britischen Gegenpart Lloyd George entlasten sollte. Fragwürdig ist die Bezeichnung "Karthagischer Friede".

Diese Qualifizierung gebührt im 20. Jahrhundert nur einem einzigen Frieden: Im März 1918 diktierte die deutsche Heeresleitung der russischen


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