Hommage in Lichtblitzen

Wie mich Friederike Mayröcker ins Gasthaus Ubl einlud und sich Kluppen statt Blumen wünschte

Feuilleton | Eloge: Bodo Hell | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014

WILLKOMMMEN ZUM LEVER, hieß es damals, in Handschrift/Filzstift von Dir auf ein Stück Karton geschrieben, also zum Morgenempfang der Fürstin, mit einem rasch hingemalten Zeigefinger, und dieses provisorische Schild hing eines Dezembervormittags an der scherenvergitterten Tür in der Wiener Zentagasse, wo sich schon eine Handvoll Freundinnen versammelt hatte, um Dir trotz vorheriger Abmahnung Päckchen zu überreichen.

Drinnen dann die KunststoffKörbe mit den geklammerten Notizzetteln und Briefen sowie am Fenster das Schild hier ALLES TABU, in späteren Jahren erging dann eine Hermes-Baby-getippte Einladung für 18 Uhr 30 ins Gasthaus UBL mit der Nachschrift: bitte keine Geschenke, höchstens Büroklammern und Wäscheklammern, Kluppen genannt, bitte keine Blumen, habe in meinem Gehäuse keinen Platz mehr.

Dann wurde der hintere Bereich des Café Tirolerhof und später das Seitenzimmer des Café Standard zum Kommen und Gehen der Verehrer samt ihren Donationen und Libationen reserviert,


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