Die erste Anklage im Sumpf der Justizanstalt Karlau

Ein Gefängnispsychologe soll seine Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben. Jetzt stellt ihn die Staatsanwaltschaft vor Gericht

Politik | Bericht: Florian Klenk | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014

Österreichs zweitgrößtes Gefängnis, die Justizanstalt Graz-Karlau, kommt nicht zur Ruhe. Noch immer klärt die Staatsanwaltschaft Graz die näheren Hintergründe des Suizids eines psychisch labilen Insassen, der nach einer Psychose zur Strafe alleine in einen Absonderungskeller gesperrt wurde und sich dort erhängte.

Mitverantwortlich für diese archaische Keller-Sanktion war unter anderen der zuständige Gefängnispsychologe Thomas S. Eine Mitarbeiterin wirft ihm vor, die Ausnahmesituation des Insassen trotz ihres Hinweises nicht anerkannt zu haben. Sie sagte: "Der gefällt mir nicht", aber S. habe die Warnung in den Wind geschlagen.

Das ist nicht der einzige Vorwurf gegen den stellvertretenden Leiter des psychologischen Dienstes. Die Staatsanwaltschaft hat dieser Tage einen Strafantrag gegen Thomas S. wegen sexueller Belästigung seiner Kolleginnen eingebracht und das Justizministerium will seinen Dienstvertrag kündigen.

Thomas S., der eigentlich Sexualstraftäter therapieren sollte,


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