"Ich habe noch viel vor"

Schreiben ist Friederike Mayröckers Leben. Mit ihrem furiosen Alterswerk will Österreichs größte Dichterin den Tod bannen. Dieser Tage wird sie 90

Porträt: Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Friederike Mayröcker ist ein Popstar. Es braucht nur ein paar Stichworte, um sie zu beschreiben. Schwarze Stirnfransen, blasse Haut, schwarze Kleidung – schon hat man die wahrscheinlich bedeutendste deutschsprachige Lyrikerin unserer Zeit vor Augen, wie sie in der Buch- und Zettellandschaft einer ihrer beiden mit Papier angefüllten Wohnungen sitzt.

Die Dichterin mit der Aura der weltabgewandten Melancholikerin ist eine sehr bekannte und gleichzeitig sehr wenig gekannte Autorin. Sie hat in ihrer Laufbahn zahlreiche bedeutende Preise gewonnen und nicht wenige meinten, der Literaturnobelpreis hätte eher ihr als Elfriede Jelinek gebührt. Gelesen wird Mayröcker aber vor allem von Kollegen. Man wird sich schwer tun, auf die Schnelle jemand zu finden, der ein Gedicht von ihr aus dem Gedächtnis aufsagen kann.

Kein Wunder, ihr Werk besteht zu einem großen Teil aus bildreicher, sprunghafter, assoziativ wirkender Lyrik mit starkem Bezug zur Traumwelt. Und obwohl sie auch Prosa geschrieben hat, hat sich die langjährige Suhrkamp-Autorin standhaft dem Zwang zum Erzählen verweigert: „Ich kann verstehen, dass die Leser umfangreiche Bücher mit viel Inhalt gerne haben. Aber das ist nicht meine Sache.“

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