Kommunion mit Vorverstärker

Das Österreichische Filmmuseum wurde 50. Eine Publikation erinnert an Reinheitsgebote und alte Kämpfe

Feuilleton | Rezension: Joachim Schätz | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014

Das sichtbare Kino" heißt der mittlere, auch im Umfang zentrale der drei Bände, die sich das Österreichische Filmmuseum zum 50. Geburtstag geschenkt hat. Der Titel ist eine Anspielung auf Peter Kubelkas erst in New York, seit 1989 auch in Wien realisiertes Kinosaalkonzept des "Unsichtbaren Kinos". Wie jede gute Pointe zeitigt der Buchtitel semantische Nebenzündungen. In den auf 350 Seiten versammelten historischen Dokumenten und Originaltextbeiträgen wird das Filmmuseum nämlich oft eher hör- als sichtbar. Gelobt wird wiederholt und überschwänglich just die Tonanlage des Hauses. Sergio Leone versichert bei einem Filmmuseums-Besuch anno 1987, "Once Upon a Time in America" noch nie so schön vernommen zu haben.

Herbert Achternbusch schreibt sich anlässlich des Films "River of No Return" mit Marilyn Monroe bei einer Western-Retro 1973 gar in höheres Hi-Fi-Delirium: "Denn dieser geniale Direktor Peter Konlechner hat selber ein Schaltgerät gebaut, und das No Return hörst du aus einem


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