"Wir haben kein Rezept"

Der steirische Muslimenvorsitzende Ali Kurtgöz über Islamlehrer, Erdoğan, Dschihadisten und warum er sich für diese nicht verantwortlich fühlt

Steiermark | Interview: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014


Foto: J.J. Kucek

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Mild“ sprechen, einen „milden“ Islam vermitteln: Das ist einer der Lieblingsausdrücke von Ali Kurtgöz, dem steirischen Vorsitzenden der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ). Derzeit ist allerdings Graz das Zentrum der Ermittlungen gegen den Dschihadismus in Österreich, die Polizei durchsuchte mehrere Grazer Gebetshäuser und Wohnungen, vier Verdächtige sitzen noch in U-Haft – und so muss sich auch Kurtgöz zum ungeliebten Thema Extremismus äußern. Dabei vertritt der studierte Theologe, Humanwissenschaftler und Betriebswirt nur einen Teil der steirischen Muslime, etliche islamische Vereine agieren außerhalb der IGGiÖ. Diese könne daher gegen radikale Umtriebe nicht viel tun, meint er. Außerdem erklärt der Fachinspektor für Religionsunterricht, warum er die aufsehenerregende Studie über Islamlehrer von Mouhanad Khorchide für „nicht professionell“ hält – und erzählt, dass ein inhaftierter und wieder freigelassener Grazer Imam nun Mitglied der Glaubensgemeinde werden könnte.

Falter: Herr Kurtgöz, Sie sind islamischer Religionslehrer an der HAK Grazbachgasse. Worüber wollten Ihre Schülerinnen und Schüler in den letzten Wochen reden?


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