Prost!

Ein milder Aperitif für weihnachtlich gestimmte Gaumen

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Lillet Blanc

Stadtleben | MS | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014

Passend zur Weihnachtszeit möchte man sich hierorts mit einem Aperitif auseinandersetzen, der dem süßen Gaumen munden dürfte. Die Marke Lillet hat Tradition. Die aus Likören und Wein bestehende Spirituose mit dem relativ geringen Alkoholgehalt von 17 Prozent wird seit Ende des 19. Jahrhunderts in Podensac, einem südöstlich von Bordeaux gelegenen Städtchen, hergestellt.

Die Grundlage von Lillet Blanc ist Wein von der Traube Sémillon. Er schmeckt fruchtig-frisch nach Orange und Honig und hat durch die Beigabe von peruanischer Chinarinde und das Einlagern in Eichenfässern ein leicht bitteres, holziges Timbre. Die süße Note dominiert allerdings. Getrunken wird der entfernt an Martini Bianco erinnernde Drink sehr kalt, am besten mit ein paar Eiswürfeln. Lillet ist aber auch Basis für diversen flüssigen Schabernack. Cocktails lassen sich davon ableiten, zum Beispiel mithilfe von Tonic und Gurke (Lillet Vive) oder Gin und Wodka (Vesper).

Das Unternehmen exportiert weltweit und wartet neben Lillet Blanc mit den Sorten Rouge und Rosé auf. Bei L. Rouge fungiert die Traubensorte Merlot als önologische Grundlage. Der Geschmack geht in Richtung Vanille. Bei L. Rosé wird wieder Sémillon bemüht, wobei grapefruitartige Noten in Erscheinung treten. Auch wenn Lillet nicht jeden Geschmack trifft, die Erscheinung der Marke stimmt. Der leuchtend rot-goldene Schriftzug und die feine, kupferstichartige Zeichnung auf dem Etikett wirken zurückhaltend und prächtig zugleich.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige