"Das war ein von Wien geplanter Mord"

Das Tagebuch des k.u.k. Obersts Ferdinand Moosbrugger könnte die Geschichte des Ersten Weltkriegs umschreiben

Spurensuche: Wolfgang Zwander | Politik | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014

Hätte man "Onkel Ferdinand" nur seine Arbeit machen lassen, der Erste Weltkrieg wäre vielleicht nicht ausgebrochen. Oder zumindest nicht so, wie es heute in den Geschichtsbüchern steht. Davon ist Ivo Fischer überzeugt.

Fischer sitzt im zweiten Stock seines Hauses in der Bregenzer Altstadt. Der Arzt war sein Leben lang das, was man einen Schattenmann nennt. Ein Strippenzieher, der in der breiten Öffentlichkeit unbekannt ist, dafür aber im Hintergrund umso einflussreicher.

Fischer war Mitbegründer des Europäischen Forum Alpbach, Urheber der Bregenzer Festspiele, Privatsekretär von Bundeskanzler Leopold Figl, führendes Mitglied im Cartellverband, er dinierte mit Queen Elizabeth II. und ist Großoffizier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Noch jetzt, mit 87 Jahren, ist er an der Universität eingeschrieben, er studiert Informatik. Sein eigentlicher Beruf war aber immer Arzt, wie es seine Vorfahren seit sieben Generationen gewesen waren.

Wichtiger als Karriere und Lebenslauf

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