Phettbergs Predigtdienst

Ich liebe meinen Schmutz

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Kolumnen | aus FALTER 51/14 vom 17.12.2014

Red letter day: Maria ohne Erbsünde empfangen. André Heller kränkt sich zu Recht in seinem Buch "Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein", dass seine Mutter schmutzig wurde, indem sie es mit seinem Vater trieb und ihn dabei empfing, noch dazu, wo André Heller so ein extrem schöner Jeansboy erster Qualität ist. Was zum Beispiel geschah, als ich von meiner Mama empfangen wurde, wahrscheinlich am Feuerwehrball des Jahres 1952 in Unternalb, es war das Erste, was ich tat, nachdem ich erfuhr, dass Babys neun Monate im Mutterleib wachsen müssen. Ich liebe meinen Schmutz, ich liebe meinen Schmutz, ich liebe meinen Schmutz!

Mein Vata war einmal wegen einer Augenoperation im alten, allerersten Allgemeinen Krankenhaus, wo circa 20 Patienten in einem Saal lagen, und ich hörte, als ich die Stufen in den Krankensaal hinaufging, meinen Vater als Einzigen laut reden, und zwar ziemlich lange. Die vielen Stufen Und dann, als er aufhörte, kam Riesenapplaus von allen Patienten. Vielleicht war mein Vata, wie die Hörbigers, total begabt, aufzutreten? Leider Gottes war ich zu dumm, mit Frauen zu ficken und Kinder zu produzieren. Vielleicht wäre eine große Fenz-Bastion entstanden, mit vielen in der Öffentlichkeit Begabten?

Jedenfalls beschäftigte mich heute die Bibelstelle nach Markus 1,1-8, wo die Kleidung Johannes' des Täufers mit Kamelhaaren und Ledergürtel beschrieben wurde. Vielleicht war Johannes der Täufer mit so einem breiten Gürtel umschlungen und trug diesen viele, viele Jahre lang ohne Unterhosen? Ich fantasier mich in meine kurzen Bluejeans und denke, dass damals noch keine Bluejeans existierten. Denn vielleicht war Johannes total fetischisiert mit diesem breiten Gürtel, ohne was drunter? Wir Menschengetier sind alle nach denselben Gelüsten entstanden, nur Joachim und Anna dürften total ohne jeden Streit je in totaler Sauberkeit gelebt haben.

Ernährung des Feiertags Mo, 8.12.14: eine Inzersdorfer-Dose Linsen mit Speck. Mein Geld geht radikal zu Ende, und ich dachte, ich esse heute nur die Linsendose. Im heutigen Ö-Regional-"Frühschoppen" hat der Sprecher uns beschworen, ja nicht zu shoppen und nur zu saufen, jedenfalls ich geb keinen Groschen Geld für diesen Feiertag aus.

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