Zivilgesellschaft, Energiepolitik, Gründung der Grünen: Wie die erfolgreiche Besetzung der Hainburger Au die österreichische politische Landschaft veränderte

Politik | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Die Kompromissfähigkeit des Kanzlers Fred Sinowatz war vielleicht eine seiner besten politischen Eigenschaften. Sein Nachgeben, sein Zögern, die Polizei auf die in der Au versammelten Protestierenden einschlagen zu lassen, markiert den Beginn einer neuen Epoche: jene des Aufstiegs der Zivilgesellschaft. Die Volkabstimmung gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf, die 1978 mit einer Niederlage der von Kanzler Bruno Kreisky angeführten SPÖ und der Gewerkschaft endete, ging nicht zuletzt auf das Konto der ÖVP, die eine Gelegenheit witterte, dem Sonnenkanzler eine Niederlage zuzufügen. Zwentendorf war Zivilgesellschaft, aber erst in Spurenelementen.

Hainburg war anders. Hainburg war Zivilgesellschaft pur (samt medialer Unterstützung, Kronen Zeitung vorneweg). Die Post-1968er-Phase war endgültig angebrochen. Die Linke hatte kein Protestmonopol mehr. In der Au übernachteten einträchtig bürgerliche mit antibürgerlichen (auch wenn sie beide meist aus bürgerlichem Haus stammten) Jugendlichen


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